Bildungsurlaub Berlin 2027
"Warum Kolonialismus ver-lernen?"
13.09.27 - 17.09.27
(Buchungs-Nr. 27.042)
.
Die Auseinandersetzung mit der deutschen Kolonialgeschichte ist heute von entscheidender Bedeutung, um die komplexen Verflechtungen von Vergangenheit und Gegenwart zu verstehen. Das Konzept „Kolonialismus verlernen” beschreibt dabei einen aktiven Prozess der Dekonstruktion kolonialer Denkmuster, die tief in unserer Gesellschaft verankert sind.
Es geht darum, nicht nur historische Fakten zu rezipieren, sondern auch die fortwirkenden Strukturen und Ideologien des Kolonialismus zu erkennen, kritisch zu hinterfragen und schließlich zu überwinden. Diese kritische Reflexion ist unerlässlich, um eine Ethik der Verantwortung zu entwickeln, die den Umgang mit dem kolonialen Erbe prägt und zukünftige Handlungsfelder aufzeigt.
Obwohl Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Mächten erst spät in den Wettlauf um Kolonien einstieg, war seine koloniale Präsenz von 1884 bis 1919 prägend für die betroffenen Regionen in Afrika, Asien und Ozeanien. Die deutschen Kolonien umfassten Gebiete wie Deutsch-Ostafrika (heute Tansania, Ruanda, Burundi), Deutsch- Südwestafrika (heute Namibia), Kamerun, Togo und Teile Neuguineas sowie Inseln im Pazifik.
Die Aneignung dieser Gebiete erfolgte oft unter brutaler Gewaltanwendung und der Unterdrückung der lokalen Bevölkerung. Die koloniale Verwaltung war geprägt von rassistischen Ideologien, Zwangsarbeit, der Ausbeutung natürlicher Ressourcen und der Zerstörung indigener Kulturen und Gesellschaftsstrukturen. Das Ende der deutschen Kolonialzeit nach dem Ersten Weltkrieg bedeutete jedoch nicht das Ende der kolonialen Denkweisen und Strukturen, die bis heute nachwirken.
Der koloniale Warenhandel war z. B. ein zentraler Motor der kolonialen Expansion und trug maßgeblich zur Entstehung globaler Ungleichheiten bei. Rohstoffe wie Kautschuk, Kakao, Kaffee, Baumwolle und Mineralien wurden aus den Kolonien unter Zwang und Ausbeutung gewonnen und nach Europa verschifft, wo sie die Industrialisierung befeuerten.
Die Etablierung neuer Handelsrouten und die Monopolisierung des Handels durch die Kolonialmächte zerstörten lokale Wirtschaftsstrukturen und schufen Abhängigkeiten, die bis heute nachwirken. Der Profit aus diesem Handel floß in die Kolonialstaaten und trugen zur Akkumulation von Reichtum bei, während die kolonisierten Gesellschaften verarmten.
Berlin, als ehemalige Hauptstadt des Deutschen Reiches, ist in besonderem Maße mit der deutschen Kolonialgeschichte verbunden. Zahlreiche Orte im Stadtraum zeugen noch heute von dieser Vergangenheit, sei es in Form von Straßennamen, Denkmälern oder architektonischen Spuren. Diese Orte sind nicht nur historische Zeugnisse, sondern auch Ausgangspunkte für kritische Auseinandersetzungen und Umbenennungsdebatten, die die Sichtbarkeit des kolonialen Erbes im öffentlichen Raum thematisieren. Darüber hinaus spielen Museen und Forschungseinrichtungen in Berlin eine zentrale Rolle bei der Aufarbeitung der Kolonialgeschichte.
Methoden zur Vermittlung der Seminarinhalte und Lernziele sind Vorträge, Diskussionen und zahlreiche Fachexkursionen und Stadtspaziergänge.
Anerkennung in den Bundesländern:
Berlin, Brandenburg (beantragt), Hessen (beantrtagt), Rheinland-Pfalz (beantragt), Sachsen-Anhalt (beantrahgt), Niedersachsen (beantragt)
Unterlagen zur Anerkennung für den Arbeitgeber können unter info@tillmann-travel.com angefordert werden.
Seminarstätte:
Museum Neukölln (Alt-Britz 81, 12359 Berlin)
Infos finden Sie hier!
Leistungen:
Seminarpreis:
395 € pro Person
Unterkunft:
Eine passende Unterkunft zum Seminar finden Sie z.B.hier!
Beachten Sie jedoch, dass Berlin zu jeder Zeit sehr frequentiert ist und wir eine Durchführung des Bildungsurlaubes erst nach Erreichen der Mindestteilnehmerzahl garantieren können.
Mindestteilnehmer:
8 Personen
Anmeldeschluss:
15.08.27