Geologische Exkursion

im UNESCO Weltkulturerbe Mittelrheintal bei Bingen

 

Termine:

Sonntag, 09.04.17 (Anmeldeschluss: 02.04.17)

Samstag, 22.04.17 (Anmeldeschluss: 15.04.17)

 

Preis:

Erwachsene 28 €; Kinder bis 14 Jahre 18 €

 

Teilnehmer:

6 – 15 Personen

 

Organisatorisches:

- Geologische Tagesexkursion Dauer ca. 6 - 7 Stunden

- Leichte Wanderung (ca. 10 km) mit vereinzelten Anstiegen.

- Festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung wird empfohlen!

- Anreise zum Treffpunkt der Exkursion mit öffentlichen Verkehrsmitteln (Bahn) oder mit eigenem Auto (öffentliche Parkplätze vorhanden) möglich. Für die Mittagspause empfiehlt sich ein Lunchpaket.

 

 

Exkursionsprogramm:

 

Das Rheintal zwischen Rüdesheim und Bingen im Süden und Koblenz im Norden ist seit 2002 von der UNESCO als Welterbe anerkannt. Das Tal lässt kaum vermuten, dass hier einst ein Ozean die Region bedeckte. Zeit, Wasserkraft und die Kräfte der Erde schufen über Jahrmillionen dieses unverwechselbare Tal, wie es sich heute dem Besucher präsentiert. Dieses Zeugnis spannender Erdgeschichte erleben Sie auf unserer Geo-Wanderung.

Das Obere Mittelrheintal wird westlich vom Hunsrück und östlich vom Taunus begrenzt. Das Tal ist gekennzeichnet von einer kargen, steil aufragenden Felsenlandschaft. Der Rhein hat sich mit aller Macht in das Rheinische Schiefergebirge eingegraben. Gesteine und Fossilien zeugen von etwa 410 Millionen Jahren Erdgeschichte.

Ein Meer bedeckte vor rund 400 Millionen Jahren das heutige Mittelrheingebiet. Vor 325 Millionen Jahren, an der Wende zum Erdzeitalter des Karbon, kam es zu einer Erdplatten-Kollision, die den Ozean vollständig verschwinden ließ. Es formte sich ein Gebirge, das sich je nach Stärke von Druck und Hitze aus unterschiedlichen Gesteinen zusammensetzt. Hauptsächlich Tonschiefer (Phyllite), Grauwacken und Quarzite bestimmen bis heute die Geologie.

Die Gesteine wurden zusammengeschoben und aufgefaltet, was man heute an den steilen Felshängen des Rheintals gut erkennen kann. In nachfolgenden Zeitaltern verwitterte das Gebirge und es entstand eine flache Landschaft. Ein großer Riss teilt Europa in zwei Teile von Nord nach Süd: das Westeuropäische Riftsystem. Ein Rift ist eine Spalte, die tief durch die Erdkruste hindurch bis in den Erdmantel hinabreicht. Diesem Rift folgt der Rhein von Basel bis in die Niederlande.

Der Rhein als Fluss erscheint zum ersten Mal als kleines Rinnsal vor rund 25 Millionen Jahren. Der heutige Rheinlauf entwickelte sich erst in den vergangenen 2,5 Millionen Jahren. Eiszeiten bescherten ein raueres Klima, und tektonische Bewegungen führten zu abwechselnden Ruhe- und Hebungsphasen. Viel Wasser und Geröll flossen von den Gletschern des Alpenraums und führten zu den bis heute so beeindruckenden Einschnitten des Rheins. Die steilen und canyonartigen Talhänge liegen etwa bei 70 bis 200 Meter über dem Meeresspiegel und entstanden während der Eiszeiten der letzten 700.000 Jahre.

Unsere Geo-Wanderung führt uns entlang des Rheins vorbei auf den Rochusberg. Der Rochusberg liegt geologisch im Grenzbereich, der ehemaligen Küstenzone des Mainzer Beckens und führt Quarzit und Schiefer aus dem Devon, da er einen Ausläufer des Rheinischen Schiefergebirges bildet und durch die Nahe von diesem getrennt wird. Die unmittelbare Grenzzone betrachten wir uns in einem Aufschluss und erfahren, welche geologischen Bedingungen zur Gesteinsbildung geführt haben.

Die Hänge des Rochusberges sind von den für Rheinhessen typischen Weinbergen geprägt. Vom Rochusberg fällt der Blick auf Bingen und in das Binger Loch mit dem Mäuseturm und dem Westteil des UNESCO-Welterbes Oberes Mittelrheintal. Auf der nördlichen Seite liegt jenseits des Rheins der Rheingau mit der Weinstadt Rüdesheim. Vorbei an der Burg Klopp führt uns unsere Geo-Wanderung ins Rhein-Nahe-Eck, wo wir uns mit der Flussgeschichte des Rhein auseinandersetzen.

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