Fossilien-Reise

 

Tropische Korallenriffe und Meteoritenkrater

Unterwegs im Altmühltal und Nördlinger Ries

 

14.06.17 – 18.06.17 (Feiertag: Fronleichnam)

Heiß scheint die Sonne unter tropischem Himmel, türkisblau schimmert das warme Wasser der Lagune, es weht eine leichte salzige Brise als vor rund 150 Millionen Jahren die seichten Wellen des Jurameeres an den Strand rollten. Hier in der Region zwischen Altmühltal und Nördlinger Ries begann das wohl spannendste Kapitel der Erdgeschichte, das Erdzeitalter des Jura. In einem tropischen Meer zwischen Inseln, Korallenriffen und Lagunen wurde Erdgeschichte geschrieben.

Weltruhm erlangte der Naturpark Altmühltal durch seine zahlreichen gut erhaltenen Fossilien, unter ihnen der berühmte Urvogel Archaeopteryx. Die bekannten Solnhofener Plattenkalke gelten als eine der bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt. Hier wurden alle zehn bisher bekannten Exemplare des Urvogels Archaeopteryx gefunden. Der gefiederte Dinosaurier Archaeopteryx gilt als Bindeglied zwischen Sauriern und Vögeln und ist daher für die Evolution von besonderer Bedeutung.

Von den Gesteinsformationen des Jurameeres führt uns unsere Reise weiter ins Nördlinger Ries. Seine einzigartige Landschaft verdankt das Ries einer Naturkatastrophe. Vor etwa 15 Millionen Jahren schlug ein Meteorit einen tiefen Krater in die Alblandschaft. Bis heute ist das Ries als fast runder Kessel mit rund 25 Kilometern Durchmesser – im Westen überragt von den Ausläufern der Schwäbischen Alb, im Osten von der Fränkischen Alb – deutlich zu erkennen.

Der Rieskrater gehört zu den am besten erhaltenen und erforschten Einschlagkratern der Erde und ist damit eine geologische Besonderheit erster Klasse, die 2006 zum ersten Nationalen Geopark Bayerns zertifiziert wurde. Geoparks sind Regionen mit einzigartiger Geologie und enthalten geologische Sehenswürdigkeiten von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung und Seltenheit.

Die Regionen Altmühltal und Nördlinger Ries gelten als die Wiege des Geotourismus in Europa. Hier treffen wir auf eine Vielzahl von Naturschönheiten, Geotopen, Lehrpfaden, Hobbysteinbrüchen, Natursteinbetrieben, Rundwanderwegen, Informationszentren und erdgeschichtlichen Museen, wie wir dies in einer solchen Dichte anderswo nicht vorfinden.

 

 

 

Reiseverlauf

 

1. Tag:  Geologie des Altmühltals, Nachtwächterführung durch Eichstätt

Eigene Anreise und Check-In im Hotel ab 14:00 Uhr.

17:00 Uhr: Begrüßung durch die Reiseleitung, Vorstellung des Exkursionsprogramms

17:30 Uhr: Einführungsvortrag zur Geologie des Altmühltals

Anschließend machen wir uns auf den Weg in die nahe gelegene Altstadt. Dort besteht die Gelegenheit ein gemeinsames Abendessen im Restaurant oder bei schönem Wetter im Biergarten einzunehmen.

21:30 Uhr: Nach Sonnenuntergang startet unsere Stadtführung mit dem Nachtwächter durch die verwinkelten Gassen von Eichstätt (Dauer ca. 1,5 h). Dort lauschen wir Geschichten und Anekdoten über die Entwicklung der Dom- und Residenzstadt
und begeben uns in eine Zeitreise zurück ins 14. Jahrhundert.

 

2. Tag:  Geo-Wanderung auf dem Fossilienpfad Eichstätt, Abendvortrag 

Gestärkt nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel beginnen wir unsere heutige Geo-Wanderung entlang des Fossilien-Pfades rund um Eichstätt. Unser Weg durch die Erdgeschichte führt uns vorbei an Naturschönheiten, Steinbrüchen und weiteren geologischen Besonderheiten. An ausgewählten Standorten erfahren wir wie sich vor rund 150 Millionen Jahren das Jurameer
in der Region ausbreitete und wie die bekannten Solnhofener Plattenkalke entstanden. Der Abbau des Plattenkalkes prägt
seit Jahrhunderten die Landschaft des Altmühltals. Der Naturstein findet sich heute in bedeutenden Bauwerken wie dem
Wiener Stephansdom oder der Hagia Sophia in Istanbul. Besondere Bedeutung erlangten die Schichten des Weißjuras durch
ihren Fossilienreichtum.

Wer die Schwelle zum Museum Bergér überschreitet, tritt ein in die faszinierende Welt längst vergangener Tage:
Versteinerungen geben nach Millionen von Jahren einen aufregenden und informativen Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt
der damaligen Zeit. An keinem anderen Ort der Welt findet man so ausgezeichnet erhaltene Versteinerungen wie in den Steinbrüchen der Familie Bergér. Mittlerweile werden über 800 verschiedene Fossilienarten gezählt. Auf unserer Führung
durchs Museum erfahren wir alles über die Entstehung der Fossilien und der Plattenkalke. Ein Trockenaquarium mit Korallen
und Meerestieren, Ausstellungen zu "Edelsteinen und Mineralien“,  "Wald und Flur“ und „Lithographie“ bietet das Museum.

Im bekannten Fossiliensteinbruch am Blumenberg machen wir uns nach einer fachkundigen Einführung selbst auf die Fossilien-suche. Hammer und Meißel können nach Bedarf gegen eine Gebühr von 1,50 € im Steinbruch ausgeliehen werden. Nun heißt
es „Glück Auf“ bei der Suche nach einem geeigneten Souvenir.

Am Abend erwartet uns ein wissenschaftlicher Vortrag zum Meteoriteneinschlag im Nördlinger Ries, der uns geologisch auf
den morgigen Tag einstimmen wird.

 

3. Tag:  Meteoritenkrater Nördlinger Ries

Nach dem Frühstück holt uns unser Reisebus am Hotel ab und bringt uns ins Nördlinger Ries. Unser heutiger Exkursionstag
steht ganz im Zeichen jener kosmischen Naturkatastrophe, die vor rund 15 Millionen Jahren zur Entstehung des imposanten Meteoritekraters geführt hat.

Ein Meteorit mit einem Durchmesser von 1.000 m raste mit einer kosmischen Geschwindigkeit von 72.000 km/h auf die Erde
zu und kollidierte mit der Erde nahe der heutigen Stadt Nördlingen. Der Meteorit drang 1.000 m tief in die Erdkruste ein und
riss mit der Energie von 250.000 Hiroshima-Bomben einen Krater von 12 km Durchmesser aus der Landschaft heraus. Durch
die Gluthitze des Impacts wurde das umliegende Gestein zertrümmert, geschmolzen und in einem Ringwall aufgeworfen.
Auf diese Weise entstand als auch der einzigartige Suevit, der Schwabenstein. Nach dem Impact bildete sich im Krater vorerst
ein See. Seltene Süßwasserriffe und Fossilienfunde machen es möglich das Leben im und am Riessee zu rekonstruieren.

Als thematischen Auftakt besuchen wir mit dem Rieskrater Museum in Nördlingen, ein naturwissenschaftliches Museum von europäischem Rang. Im Rahmen einer Führung erfahren wir wissenschaftliche Hintergründe, bevor wir uns im Anschluss
selbst im Gelände auf die Suche nach geologischen Beweisen für den Impact machen.

Mit dem Bus fahren wir zu ausgewählten Geotopen im Geo-Parks Ries. Geotope bieten als „Fenster in die Erdgeschichte“ 
Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Landschaft. An den einzelnen Standorten lernen wir die unterschiedlichen Gesteine kennen und besuchen u. a. die berühmten Steinbrüche Aumühle, Heinsfarth und Kühstein.

Der Ringwall des Rieskraters mit den beiden wichtigsten Gesteinsformationen wie dem Suevit und der Bunten Breccie ist hervorragend aufgeschlossen und diente schon den Apollo-Astronauten als Trainingsgebiet für ihre Mondmissionen.

 

4. Tag:  Geo-Wanderung auf dem Altmühltal Panoramaweg von Dollnstein nach Solnhofen

Nach dem Frühstück Fahrt mit der Bahn vom Bahnhof Eichstätt nach Dollnstein (6 Min. Fahrtzeit, Fahrpreis ca. 2,60 €). Unsere Wanderung von Dollnstein nach Solnhofen ist eine der schönsten Etappen auf dem Altmühltal-Panoramaweg. Der Weg zählt zu den „Top Trails of Germany“ und damit zur Riege der schönsten Weitwanderwege in Deutschland.

Dollnstein liegt in einem weiten Talkessel, den in erdgeschichtlicher Zeit Urdonau und Altmühl an ihrem Zusammenfluss schufen. Bewaldete Höhen, leuchtende Felsgruppen und wacholderbestandene Trockenhänge bilden den Rahmen für das malerische Ortsbild.

Von Dollnstein aus führt uns unser Weg vorbei an der eindrucksvollen Felsformation „Zwölf Apostel“, dem wohl bekanntesten Fotomotiv des Naturparks Altmühltal. Das bekannte Geotop ist aus Schwamm-Algen-Kalken aufgebaut und stellt die Reste eines Riffgürtels im tropischen Jurameer dar. Die massigen, harten Riffbereiche setzten der Verwitterung großen Widerstand entgegen und sind heute an den Talhängen zu markanten Felstürmen herauspräpariert.

Immer wieder bieten sich prächtige Ausblicke auf das Altmühltal und die Höhen des Fränkischen Jura. Das Altmühltal besteht aus Talbereichen, die teilweise von älteren Flüssen – dem Urmain und der Urdonau – angelegt und geschaffen wurden. Ursprünglich floss hier bei Solnhofen der Urmain. Er mündete nördlich von Dollnstein in die wasserreiche Donau. Das von artenreichen Trockenrasen und Wacholderheiden gesäumte Gailachtal gilt als landschaftlich besonders reizvoll. Ab Mörnsheim wird es richtig „steinig“ und unser Weg führt uns in das weltberühmte Solnhofer Steinbruchgebiet mit seinen bedeutenden Museen. In zahlreichen Steinbrüchen wird der berühmte Solnhofener Plattenkalk abgebaut.

Unsere Wanderung endet am Bahnhof in Solnhofen. Von dort aus können Sie am späten Nachmittag die gemeinsame Rückfahrt nach Eichstätt antreten oder Sie schauen noch auf einem Abstecher im nahegelegenen Bürgermeister-Müller-Museum vorbei
und bestaunen ein Exemplar des berühmten Urvogels Archaeopteryx. D
ie Züge von Solnhofen nach Eichstätt verkehren stündlich (12 Min. Fahrtzeit, Fahrpreis ca. 4,50 €).

 

5. Tag: Jura Museum in der Willibaldsburg in Eichstätt (fakultativ), Abreise

Nach dem Frühstück Check-Out aus dem Hotel bis 10:00 Uhr und eigene Abreise. Fakultativ besteht die Möglichkeit das Jura-Museum in der Willibaldsburg oberhalb der Eichstätter Altstadt zu besuchen. Oder wie wäre es mit ein wenig Kultur?
Dann ist eine Besichtigung von Dom, Residenz und Domschatzmuseum vielleicht das richtige für Sie?

Unterkunft:

Sie wohnen in der wunderschönen Universitätsstadt Eichstätt im Zentrum des Naturparks Altmühltal. Das Kolping-Tagungshotel befindet sich zentral zwischen der Burg und der Altstadt. Zum Bahnhof sind es nur wenige Gehminuten. Die Ein- und Zweibett-Zimmer sind mit Dusche/WC, Balkon oder Terrasse, Kabel-TV, Telefon und WLAN ausgestattet. Für Vorträge und zum gemütlichen  Beisammensein steht unserer Gruppe ein moderner Aufenthalts- und Seminarraum zur Verfügung.

 

Leistungen:

  • 4 x Übernachtung im Doppelzimmer mit Dusche/WC

  • 4 x Frühstück im Kolping-Tagungshotel

  • wissenschaftliche Exkursions- und Reiseleitung während der gesamten Reise

  • geführte Wanderungen und sämtliche geologischen Exkursionen und Führungen

  • wissenschaftlicher Einführungsvortrag zur Geologie des Altmühltals

  • wissenschaftlicher Abendvortrag zum Meteoritenkrater im Nördlinger Ries

  • Busfahrt im modernen Reisebus/Minibus ins Nördlinger Ries

  • Nachtwächter-Führung durch Eichstätt

  • Eintritt und Führung im Bergér Museum

  • Eintritt in den Fossiliensteinbruch Blumenberg

  • Eintritt und Führung im Rieskratermuseum Nördlingen

  • Eintritt ins Geopoark-Informationszentrum

  • 1 x umfangreiche Exkursionsunterlagen

  • 1 x gesetzliche Reisegeldabsicherung (Reisepreissicherungsschein)

 

Reisepreis:

 

399 € pro Person im Doppelzimmer mit Dusche/WC inkl. Frühstück

 

24 € Einzelzimmerzuschlag

 

 

Teilnehmer:

 

8 - 12 Personen*

*(Kleingruppenzuschlag bei Nichterreichen der Mindestteilnehmerzahl 45 € pro Person)

 

 

Anmeldeschuss:

 

19.05.17

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