Rügen

Fossilien & Meer

01.08. – 06.08.17

 

Verbinden Sie Ihren Sommerurlaub mit einer Reise in die Erdgeschichte und begeben Sie sich auf einer der beliebtesten Urlaubsinseln Deutschlands auf die Suche nach Fossilien! Mehr Sonnenstunden als irgendwo sonst in Deutschland, feinsandige Strände an lang gezogenen Buchten und imposante Steilküsten machen die Insel zum idealen Urlaubsparadies. Doch die Insel hat noch weitaus mehr zu bieten. Rügens Küsten und Strände sind ein einzigartiges Lehrbuch der Geologie und Erdgeschichte. Auf unserer Fossilien-Reise lernen wir darin zu lesen.

Am Anfang war das Meer. Vor etwa 70 Millionen Jahren bedeckte ein riesiges Meer Teile Nordeuropas. Sedimente, die von den kalkhaltigen Schalen der Kleinstbewohner des Urmeeres stammten, verfestigten sich im Laufe von Millionen von Jahren zu einer dicken Kreideschicht. Dazwischen mischten sich die Überreste anderer Lebewesen, wie z. B. der Kieselalge. Daraus entstand der Feuerstein, der sich heute in Bändern durch die Kreideabhänge zieht oder sogar ganze Feuersteinfelder bildet. Mit der Eiszeit vor ca. 2 Millionen Jahren begannen gigantische Gletscher die Sedimentschichten aufzureißen und gewaltige Geröllmassen zu bewegen. Die Eisgrenze der letzten Eiszeit verlief quer über Rügen. Am Gletscherrand entstanden wallartige Endmoränen, die heute ein markantes Landschaftselement bilden. Imposante Hinterlassenschaften der Gletscher sind Findlinge, die von den Eisriesen aus Skandinavien herangetragen wurden und nach dem Abschmelzen der Gletscher liegen geblieben sind. Auf diese Weise finden sich an Rügens Stränden zahlreiche Gesteine und Fossilien aus Skandinavien und dem Baltikum, was die Insel zu einem Eldorado für Fossiliensammler macht.

Den Blick fest auf den Strandboden gerichtet, finden sich auf Rügen allerhand spannende Fossilien. Dem aufmerksamen Sammler springen vor allem Belemniten, die sogenannten Donnerkeile ins Auge. Die urzeitlichen Kopffüßer existierten bis zum Ende der Kreidezeit und sind auf der Insel am weitesten verbreitet. Neben den Belemniten lassen sich auf Rügen noch andere Fossilien, wie z. B. die als Armfüßer bekannten Brachiopoden oder in Stein gefasste Seeigel, Schwämme und Korallen entdecken.

 

Reiseverlauf

 

1. Tag:  Anreise, Check-In und Begrüßung

Eigene Anreise und Check-In im Rügenhotel in Sassnitz. Begrüßung durch die Exkursions- und Reiseleitung. Infos zu Exkursionsprogramm, Hotel, örtliche Gegebenheiten etc. sowie die Ausgabe des Exkursionsskriptes Gemeinsames Abendessen im Hotel.

 

2. Tag:  Sassnitz, Kreidemuseum Gummanz

Nach dem Frühstück machen wir uns auf zu unserem Weg durch die Erdgeschichte und besuchen das Kreidemuseum Gummanz. Dort  erwartet uns eine qualifizierte Führung. Das Museum befindet sich an einem Originalschauplatz des Kreideabbaus auf der Insel Rügen. Die Ausstellung ist in der restaurierten Werkhalle des alten Kreidewerks Gummanz untergebracht und informiert über das Gestein „Rügener Schreibkreide“ aus verschiedenen Perspektiven. Im Museum erfahren wir Einzelheiten zu Fundmöglichkeiten und bestaunen verschiedene Ausstellungen mit seltenen Fossilien.

Zum Kreidemuseum gehören ein Naturlehrpfad sowie eine Freilichtausstellung. In den Ausstellungsräumen wird die Rügener Kreide als geologische Formation, als natürlicher Rohstoff, als Fundstätte interessanter Fossilien und auch als Heilmittel präsentiert. Historische Filmaufnahmen über den Abbau der Kreide sowie andere interessante Videos, Hörstationen und interaktive Ausstellungsobjekte zeigen Wissenswertes zum Thema Kreide.

Am Nachmittag bleibt noch ausreichend Zeit für einen Strandbesuch oder einen Stadtbummel durch Sassnitz. Oder Sie entspannen sich bei schlechtem Wetter im Sauna- und Wellnessbereich der hoteleigenen Rügen-Therme.

 

3. Tag:  Geologische Küstenwanderung und Fossiliensuche an der Kreideküste im Nationalpark Jasmund

(12,4 km, 200 m Höhenunterschied, leichte Strandwanderung, festes Schuhwerk erforderlich, da teils unwegsames Gelände am Kiesstrand. Gehzeit
ca. 3 ½ Stunden. Die Wanderung kann bereits auf halber Strecke am Königstuhl beendet werden. Von dort verkehren Busse zurück nach Sassnitz.)

Die Kreideküste im Nationalpark Jasmund ist der größte und bedeutendste geologische Aufschluss Norddeutschlands. Denn sie stellt einen Schnitt durch 70 Millionen Jahre Erdgeschichte dar und besteht keineswegs nur aus Kreide, sondern auch aus Sand, Lehm, Mergel, Findlingen und die chaotisch anmutende Schichtung zeugt von längst vergangenen, gewaltigen Ereignissen. Heute sorgen kleine und große Uferabbrüche immer wieder für Aufsehen. Diese Küste gibt Einblick in die jüngere Erdgeschichte, vor allem darüber, wie die Insel Rügen entstanden ist. Anhand ausgewählter Standorte werden wir uns über die Entstehungsgeschichte Rügens von der Kreidezeit bis zur Eiszeit informieren und gehen auf die Probleme des modernen Küstenschutzes vor dem Hintergrund einer zukünftigen Klimaerwärmung ein.

In der Kreidezeit, vor rund 70 Millionen Jahren, erstreckte dort wo heute Rügen liegt, ein flaches Schelfmeer. In diesem Meer herrschte reichhaltiges Leben, vor allem im mikroskopischen Bereich. Einzellige Kalkalgen von ca. 0,01 mm Größe gab es in großen Mengen, die Skelette aus Kalk bildeten. Diese Kalkplättchen nennt man Coccolithen und die Organismen die sie tragen, Coccolithophoriden. Die Coccolithen bildeten Schichten von Kalkschlamm auf dem Meeresboden und verdichteten sich zu dem aus fast reinem Kalziumkarbonat bestehenden fossilreichem Gestein, das wir heute Rügener Schreibkreide nennen. Es war nur etwa ein halber Millimeter pro Jahr. Heute erhebt sich der Königsstuhl 118 m über der Ostsee und unter dem Meeresspiegel kommen noch rund 500 - 600 m hinzu.

Auf der Halbinsel Jasmund ist das Fossilien suchen ideal. Bunte Strandgerölle, Donnerkeile und zahlreiche weitere Fossilien wie Seeigel und Brachiopoden zeugen von der bewegten geologischen Vergangenheit der Ostsee. Auf unserer Fossiliensuche werden wir hoffentlich ein paar einmalige Exemplare finden. Das beliebteste Fundstück ist ohne Zweifel der Bernstein, das „Gold der Ostsee“. Der Bernstein stammt aus dem Baumharz urzeitlicher subtropischer Wälder, die sich vor. ca. 50 Millionen Jahren im Ostseeraum ausbreiteten. Besonders wertvoll sind Bernsteine mit Einschlüssen von Insekten- und Pflanzenresten.

Rügens Küste ist auch heute noch eine Landschaft in Bewegung. Winter für Winter führen die durch Küstenerosion hervorgerufenen Steilabbrüche dies wieder deutlich vor Augen. Besonders spektakulär war der Abbruch der Wissower Klinken im Frühjahr 2005. Solche Küstenabbrüche sind nichts Ungewöhnliches. Vielmehr handelt es sich ein natürliches Phänomen, das vor allem in Folge von sogenannten Frostsprengungen auftritt. Doch welche Auswirkungen hat die Klimaerwärmung auf die Küstenerosion? Kommt es in Zukunft zu verstärkten Abbrüchen an der Steinküste?

 

4. Tag:  Ganztagesexkursion Mukran, Prora und Standbad Binz (Feuersteinfelder, Schmale Heide)

(10 km, 40 m Höhenunterschied, leichte Wanderung, festes Schuhwerk erforderlich, da teils unwegsames Gelände auf den Feuersteinfeldern.
Gehzeit ca. 3 Stunden. Die Wanderung kann in Prora beendet werden. Von dort verkehren Busse zurück nach Sassnitz.)

Feuersteinfelder Mukran und Schmale Heide

Geo-Wanderung entlang des Kleinen Jasmunder Boddens von Lietzow nach Prora. Auf unsere Wanderung entlang des Jasmunder Boddens erfahren wir anhand ausgewählter Standorte wie, wann und unter welchen geologischen und landschaftlichen Bedingungen die für den Ostseeraum typische Boddenlandschaft entstanden ist. Besonders markant ist der landschaftliche Übergang zwischen dem Bodden der „Schmalen Heide“. Als „Schmale Heide“ wird der Sandhaken genannt, der die nordöstliche Halbinsel Jasmund mit der Kerninsel von Rügen verbindet und dabei die Innenbucht des Kleinen Jasmunder Boddens von der Außenbucht der Ostsee, dem Prorer Wiek, trennt.

Eine geologische Attraktion sind die Feuersteinfelder von Neu Mukran.  Auf einer Länge von 2,5 km erstrecken sich mehrere bis zu 300 m breite fossile Strandwälle aus Feuerstein. Die Strandwälle entstanden vor rund 4.000 Jahren durch eine Reihe von Sturmfluten, die die Steine von der Kreideküste der Halbinsel Jasmund anspülten und aufschütteten. Bei den abgelagerten, kieselgroßen Steinen handelt es sich überwiegend um Feuerstein. Bei Feuersteinen handelt es sich um eine Substanz, die ähnlich wie auch die Kreidefelsen, von Algen und Schwämmen in der Kreidezeit produziert wurde und dann über die Jahrhunderte allmählich ausgehärtet ist. In Ihrem Inneren finden sich dabei allerdings nicht selten versteinerte Urzeittiere, Abdrücke von längst ausgestorbenen Meerestieren oder auch Kreide. Eine besondere Form der Feuersteine sind die sogenannten Hühnergötter. So bezeichnet der Volksmund Feuersteine bei denen sich Einschlüsse durch natürliche äußere Einflüsse gelöst haben, sodass Löcher im Stein entstehen. Der Legende nach bringen diese Steine dem Träger Glück. Auch an der Küste von Mukran lassen sich Fossilien finden. So gehen wir z. B. auf die Suche nach versteinerten Seeigeln und Schwämme.

Am Nachmittag besteht die Gelegenheit die Ausstellung des Dokumentationszentrums Prora zu besuchen. Oder Sie machen einen Abstecher in das nahe gelegene Ostseebad Binz. Binz ist mit dem öffentlichen Bus oder direkt entlang des feinsandigen Strandes zu erreichen.

 

5. Tag:  Fossilienexkursion (Fossilien sammeln im Kreidetagebau Promoisel)*
(* witterungsbedingte Änderung vorbehalten, festes Schuhwerk erforderlich)

Im einzigen aktiven Tagebau der Insel Rügen in dem heute noch Kreide abgebaut wird begeben wir uns auf die Suche nach Fossilien. Im urzeitlichen Kreidemeer tummelten sich Tintenfische wie Belemniten, Ammoniten und der als lebendes Fossil geltende Nautilus. Auch Fischsaurier, Seeigel, Seesterne, Schecken und Krebse waren Teil dieser Lebensgemeinschaft. Am Grund des Meeres wuchsen zahlreiche Korallen, Schwämme und Seelilien. Zwar sind heute nur selten Exemplare als Fossilien erhalten, aber mit etwas Glück und unter professioneller Anleitung machen wir vielleicht einen besonderen Fund.

 

Fischerei - und Hafenmuseums in Sassnitz (fakultativ)

m Nachmittag besteht fakultativ die Möglichkeit das Fischerei - und Hafenmuseum in Sassnitz zu besuchen. Im März 1993 ergriffen Sassnitzer Bürger die Initiative zur Gründung eines gemeinnützigen Vereins des Sassnitzer Fischerei - und Hafenmuseums e.V. Dieser stellte sich das Ziel, die Geschichte von Sassnitz als Stadt der Fischerei und Fischverarbeitung, des Fährschiffs - und Bäderschiffsverkehrs und der Seetouristik in einem Museum darzustellen. Schwerpunkte des Museumsbesuchs sind die Geschichte der Fischerei, die Entwicklung des Fischereistandortes Sassnitz nach der Wende, die Geschichte des Hafenbaus sowie der Marinestandort Sassnitz.

Oder lassen Sie Ihren Urlaub an einem von Rügens schönen Stränden ausklingen.

 

6. Tag:  Abreise

Nach dem Frühstück Check-Out aus dem Hotel und eigene Abreise. Fakultativ besteht die Möglichkeit das Fischerei - und Hafenmuseum in Sassnitz zu besuchen. Oder nutzen Sie die Rückreise für einen Zwischenstopp in der Hansestadt Stralsund.

 

Unterkunft:

Im Herzen der Hafenstadt Sassnitz befindet sich das Rügenhotel. Mit seinen 9 Etagen ist es das höchste Haus der Stadt. Beginnen Sie den Tag beim Frühstück in der 9. Etage, mit einem einmaligen und atemberaubenden Panoramablick über Stadt und Meer. Im Restaurant „Neptun´s“ mit Terrasse und Blick auf Europas längste Außenmole nehmen wir täglich unser 3-Gänge-Abendmenü ein.

Direkt im Rügenhotel befindet sich die "Rügen Therme" mit ihrem 28° warmem Wasser, römischer Treppe, Wasserfall,  Gegenstromanlage und Sprudelbank. Der Eintritt in das Schwimmbad ist für Gäste kostenlos. Die Saunalandschaft mit Duschgrotten, Wärmebad, Finnischer- oder Dampfsauna (gegen Gebühr) wird Sie fit machen für Unternehmungen auf Deutschlands schönster Insel. Kosmetische Anwendungen mit der „Rügener Heilkreide“, Massagen sowie fernöstliche Heil- und Entspannungsmethoden werden im Wellness und Kosmetikbereich des Hotels ebenfalls angeboten.

Alle Zimmer sind Nichtraucherzimmer, ausgestattet mit Farb-TV (Sat-Empfang), Selbstwahltelefon, Dusche /WC und einem Haarfön sowie teilweise mit einer Minibar. Die Zimmer sind großzügig geschnitten und teilweise mit Balkon ausgestattet. Von einem Großteil der Zimmer haben Sie Seeblick. Parkplätze sind in begrenzter Anzahl vorhanden.

 

Leistungen:

  • 5 x Übernachtungen im Rügenhotel (Doppelzimmer inkl. DU/WC) inkl. Halbpension

  • 5 x 3-Gänge-Abendmenü im Restaurant Neptun`s

  • 5 x reichhaltiges Frühstücksbuffet im Panorama-Café über den Dächern von Sassnitz

  • ortsübliche Kurtaxe

  • kostenlose Nutzung des beheizten Hallenbades

  • alle geologischen Führungen und Wanderungen durch die Exkursionsleitung

  • Eintritt und Führung im Kreidemuseum Gummanz

  • Fossilien-Sammel-Exkursion im Tagebau Promoisel

  • 1 x ausführliches Exkursionsskript

  • 1 x gesetzliche Reisegeldabsicherung (Reisepreissicherungsschein)

 

Reisepreis:

699 € pro Person im Doppelzimmer inkl. Halbpension

65 € Einzelzimmerzuschlag

 

Teilnehmer:

8 - 15 Personen

 

Anmeldeschluss:

26.06.17

 

Organisatorisches und Ausrüstung:

Ausgangspunkt unserer Geostudienreise ist Sassnitz, die „Weiße Stadt am Meer“. Durch die unmittelbare Nähe zum Nationalpark Jasmund stellt Sassnitz den idealen Ausgangspunkt für die geplanten Exkursionen dar. Durch sehr gute direkte Bahnverbindungen ist Sassnitz optimal erreichbar. Aus diesem Grund werden die vorgesehenen Exkursionsstandorte direkt mit öffentlichen Verkehrsmitteln angefahren, sodass die Teilnehmer kein eigenes Auto benötigen. Im Rahmen der ganztägigen Exkursionen wird das Mittagessen unterwegs eingenommen. Meist besteht die Möglichkeit der Einkehr in ein Restaurant.

Für die Exkursionen wird festes Schuhwerk und wetterfeste Kleidung empfohlen. Sonnenschutz ist ebenso ratsam. Zum Sammeln von Fossilien eignen sich ein Hammer (Geologenhammer), Zeitungspapier (zum Einwickeln der Fundstücke), Transportbehälter (Rucksack, stabile Tüte o.ä.).

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