Altmühltal & Nördlinger Ries

Archaeopteryx auf der Spur

(5 Tage)

 

Heiß scheint die Sonne unter tropischem Himmel, türkisblau schimmert das warme Wasser der Lagune, es weht eine leichte salzige Brise als vor rund 150 Millionen Jahren die seichten Wellen des Jurameeres an den Strand rollten. Hier in der Region zwischen Altmühltal und Nördlinger Ries begann das wohl spannendste Kapitel der Erdgeschichte, das Erdzeitalter des Jura. In einem tropischen Meer zwischen Inseln, Korallenriffen und Lagunen wurde Erdgeschichte geschrieben.

Weltruhm erlangte der Naturpark Altmühltal durch seine zahlreichen gut erhaltenen Fossilien, unter ihnen der berühmte Urvogel Archaeopteryx. Die bekannten Solnhofener Plattenkalke gelten als eine der bedeutendsten Fossillagerstätten der Welt. Hier wurden alle zehn bisher bekannten Exemplare des Urvogels Archaeopteryx gefunden. Der gefiederte Dinosaurier Archaeopteryx gilt als Bindeglied zwischen Sauriern und Vögeln und ist daher für die Evolution von besonderer Bedeutung.

Von den Gesteinsformationen des Jurameeres führt uns unsere Reise weiter ins Nördlinger Ries. Seine einzigartige Landschaft verdankt das Ries einer Naturkatastrophe. Vor etwa 15 Millionen Jahren schlug ein Meteorit einen tiefen Krater in die Alblandschaft. Bis heute ist das Ries als fast runder Kessel mit rund 25 Kilometern Durchmesser – im Westen überragt von den Ausläufern der Schwäbischen Alb, im Osten von der Fränkischen Alb – deutlich zu erkennen.

Der Rieskrater gehört zu den am besten erhaltenen und erforschten Einschlagkratern der Erde und ist damit eine geologische Besonderheit erster Klasse, die 2006 zum ersten Nationalen Geopark Bayerns zertifiziert wurde. Geoparks sind Regionen mit einzigartiger Geologie und enthalten geologische Sehenswürdigkeiten von besonderer wissenschaftlicher Bedeutung und Seltenheit.

Die Regionen Altmühltal und Nördlinger Ries gelten als die Wiege des Geotourismus in Europa. Hier treffen wir auf eine Vielzahl von Naturschönheiten, Geotopen, Lehrpfaden, Hobbysteinbrüchen, Natursteinbetrieben, Rundwanderwegen, Informationszentren und erdgeschichtlichen Museen, wie wir dies in einer solchen Dichte anderswo nicht vorfinden.

 

 

Reiseverlauf

 

 

1. Tag:  Vortrag zur Geologie des Altmühltals und Nachtwächterführung durch Eichstätt

Eigene Anreise und Check-In im Hotel ab 14:00 Uhr.

17:00 Uhr: Begrüßung durch die Reiseleitung, Vorstellung des Exkursionsprogramms

17:30 Uhr: Einführungsvortrag zur Geologie des Altmühltals

Anschließend machen wir uns auf den Weg in die nahe gelegene Altstadt. Dort besteht die Gelegenheit ein gemeinsames Abendessen im Restaurant oder bei schönem Wetter im Biergarten einzunehmen.

21:30 Uhr: Nach Sonnenuntergang startet unsere Stadtführung mit dem Nachtwächter durch die verwinkelten Gassen von Eichstätt (Dauer ca. 1,5 h). Dort lauschen wir Geschichten und Anekdoten über die Entwicklung der Dom- und Residenzstadt und begeben uns in eine Zeitreise zurück ins 14. Jahrhundert.

 

2. Tag:  Fossilienpfad Eichstätt , Fossilien sammeln am Blumenberg, Abendvortrag Meteoriteneinschlag Ries

Gestärkt nach einem ausgiebigen Frühstück im Hotel beginnen wir unsere heutige Geo-Wanderung (ca. 9 km) entlang des Fossilien-Pfades rund um Eichstätt. Unser Weg durch die Erdgeschichte führt uns vorbei an Naturschönheiten, Steinbrüchen und weiteren geologischen Besonderheiten. An ausgewählten Standorten erfahren wir wie sich vor rund 150 Millionen Jahren das Jurameer in der Region ausbreitete und wie die bekannten Solnhofener Plattenkalke entstanden. Der Abbau des Plattenkalkes prägt seit Jahrhunderten die Landschaft des Altmühltals. Der Naturstein findet sich heute in bedeutenden Bauwerken wie dem Wiener Stephansdom oder der Hagia Sophia in Istanbul. Besondere Bedeutung erlangten die Schichten des Weißjuras durch ihren Fossilienreichtum.

Wer die Schwelle zum Museum Bergér überschreitet, tritt ein in die faszinierende Welt längst vergangener Tage: Versteinerungen geben nach Millionen von Jahren einen aufregenden und informativen Einblick in die Tier- und Pflanzenwelt der damaligen Zeit. An keinem anderen Ort der Welt findet man so ausgezeichnet erhaltene Versteinerungen wie in den Steinbrüchen der Familie Bergér. Mittlerweile werden über 800 verschiedene Fossilienarten gezählt. Auf unserer Führung durchs Museum erfahren wir alles über die Entstehung der Fossilien und der Plattenkalke.

Im bekannten Fossiliensteinbruch am Blumenberg machen wir uns nach einer fachkundigen Einführung selbst auf die Fossiliensuche. Hammer und Meißel können nach Bedarf gegen eine Gebühr von 1,50 € im Steinbruch ausgeliehen werden. Nun heißt es „Glück Auf“ bei der Suche nach einem geeigneten Souvenir.

Am Abend erwartet uns ein wissenschaftlicher Vortrag zum Meteoriteneinschlag im Nördlinger Ries, der uns geologisch auf den morgigen Tag einstimmen wird.

 

3. Tag:  Meteoritenkrater Nördlinger Ries

Nach dem Frühstück holt uns unser Reisebus am Hotel ab und bringt uns ins Nördlinger Ries. Unser heutiger Exkursionstag steht ganz im Zeichen jener kosmischen Naturkatastrophe, die vor rund 15 Millionen Jahren zur Entstehung des imposanten Meteoritekraters geführt hat.

Ein Meteorit mit einem Durchmesser von 1.000 m raste mit einer kosmischen Geschwindigkeit von 72.000 km/h auf die Erde zu und kollidierte mit der Erde nahe der heutigen Stadt Nördlingen. Der Meteorit drang 1.000 m tief in die Erdkruste ein und riss mit der Energie von 250.000 Hiroshima-Bomben einen Krater von 12 km Durchmesser aus der Landschaft heraus. Durch die Gluthitze des Impacts wurde das umliegende Gestein zertrümmert, geschmolzen und in einem Ringwall aufgeworfen. Auf diese Weise entstand als auch der einzigartige Suevit, der Schwabenstein. Nach dem Impact bildete sich im Krater vorerst ein See. Seltene Süßwasserriffe und Fossilienfunde machen es möglich das Leben im und am Riessee zu rekonstruieren.

Als thematischen Auftakt besuchen wir mit dem Rieskrater Museum in Nördlingen, ein naturwissenschaftliches Museum von europäischem Rang. Dort erfahren wir wissenschaftliche Hintergründe, bevor wir uns im Gelände selbst auf die Suche nach geologischen Beweisen für den Impact machen.

Mit dem Bus fahren wir zu ausgewählten Geotopen im Geo-Parks Ries. Geotope bieten als „Fenster in die Erdgeschichte“ Einblicke in die Entstehungsgeschichte der Landschaft. An den einzelnen Standorten lernen wir die unterschiedlichen Gesteine kennen und besuchen berühmte Steinbrüche, Höhlen und landschaftliche Besonderheiten.

 

4. Tag:  Geo-Wanderung "Teufel trifft Apostel", Fossilien sammeln in Solnhofen

Nach dem Frühstück Fahrt mit der Bahn von Eichstätt nach Solnhofen. Unsere Wanderung (ca. 7 km) ist eine der schönsten Etappen auf dem Altmühltal-Panoramaweg. Der Weg zählt zu den „Top Trails of Germany“ und damit zur Riege der schönsten Wanderwege in Deutschland.

Von Solnhofen aus führt uns unser Weg vorbei an der eindrucksvollen Felsformation „Zwölf Apostel“, dem wohl bekanntesten Fotomotiv des Naturparks Altmühltal. Das bekannte Geotop ist aus Schwamm-Algen-Kalken aufgebaut und stellt die Reste eines Riffgürtels im tropischen Jurameer dar. Die massigen, harten Riffbereiche setzten der Verwitterung großen Widerstand entgegen und sind heute an den Talhängen zu markanten Felstürmen herauspräpariert.

Immer wieder bieten sich prächtige Ausblicke auf das Altmühltal und die Höhen des Fränkischen Jura. Das Altmühltal besteht aus Talbereichen, die teilweise von älteren Flüssen – dem Urmain und der Urdonau – angelegt und geschaffen wurden. Ursprünglich floss hier bei Solnhofen der Urmain. Zum Schluss wird es richtig „steinig“ und unser Weg führt uns in das weltberühmte Solnhofer Steinbruchgebiet mit seinen bedeutenden Museen. In zahlreichen Steinbrüchen wird der berühmte Solnhofener Plattenkalk abgebaut. Dort haben Sie die Gelegenheit selbst nach Fossilien zu suchen.

Unsere Wanderung endet am Bahnhof in Solnhofen. Von dort aus können Sie am Nachmittag die gemeinsame Rückfahrt nach Eichstätt antreten oder Sie schauen noch auf einem Abstecher im nahegelegenen Bürgermeister-Müller-Museum vorbei und bestaunen ein Exemplar des berühmten Urvogels Archaeopteryx. Die Züge von Solnhofen nach Eichstätt verkehren stündlich.

 

5. Tag:  Fakultativer Besuch des Jura Museums in der Willibaldsburg in Eichstätt, Abreise

Nach dem Frühstück Check-Out aus dem Hotel bis 10:00 Uhr und eigene Abreise. Fakultativ besteht die Möglichkeit das Jura-Museum in der Willibaldsburg oberhalb der Eichstätter Altstadt zu besuchen. Oder wie wäre es mit ein wenig Kultur? Dann ist eine Besichtigung von Dom, Residenz und Domschatzmuseum vielleicht das richtige für Sie?

Unterkunft:

Sie wohnen in der wunderschönen Universitätsstadt Eichstätt im Zentrum des Naturparks Altmühltal. Das Kolping-Tagungshotel befindet sich zentral zwischen der Burg und der Altstadt. Zum Bahnhof sind es nur wenige Gehminuten. Die Ein- und Zweibett-Zimmer sind mit Dusche/WC, Balkon oder Terrasse, Kabel-TV, Telefon und kostenlosem WLAN ausgestattet. Für Vorträge steht unserer Gruppe ein moderner Seminarraum zur Verfügung.

 

Leistungen:

  • 4 x Übernachtung im Doppelzimmer mit Dusche/WC

  • 4 x Frühstück im Kolping-Tagungshotel

  • kostenloses WLAN auf dem Zimmer

  • wissenschaftliche Exkursions- und Reiseleitung während der gesamten Reise

  • geführte Wanderungen und sämtliche geologischen Exkursionen und Führungen

  • wissenschaftlicher Einführungsvortrag zur Geologie des Altmühltals

  • wissenschaftlicher Abendvortrag zum Meteoritenkrater im Nördlinger Ries

  • Busfahrt im modernen Reisebus/Minibus ins Nördlinger Ries

  • Nachtwächter-Führung (1,5 Stunden) durch Eichstätt

  • Eintritt und Führung im Bergér Museum

  • Eintritt in den Fossiliensteinbruch Blumenberg

  • Einführung in das Fossilien sammeln

  • Eintritt ins Rieskratermuseum Nördlingen

  • Eintritt in das Stadtmuseum Nördlingen

  • Eintritt ins Geopoark-Informationszentrum

  • 1 x umfangreiche Exkursionsunterlagen

  • 1 x gesetzliche Reisegeldabsicherung (Reisepreissicherungsschein)

 

 

Termine:

 

Termin: 06.05.18 - 10.05.18 (Feiertag: Christi Himmelfahrt)

 

 

Reisepreis:

 

444 € pro Person im Doppelzimmer mit Dusche/WC, TV, WLAN inkl. Frühstück

24 € Einzelzimmerzuschlag

 

 

Teilnehmer:

 

6 - 10 Personen

 

 

Anmeldeschluß:

 

26.08.17 (Termin 1)

06.03.18 (Termin 2)

 

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