Bildungsurlaub Ostfriesland, Norderney & Langeoog

 

27.08.17 - 01.09.17

 

Im Rahmen des Bildungsurlaubes werden die aktuellen Themen Klimawandel, Meeresspiegelanstieg und die zu erwartenden Folgen für die Küstenregionen und Inseln thematisiert. Für die hochsensible Küstenregion der Nordsee ergeben sich in Zukunft schwerwiegende Folgen, die anhand von Beispielen erläutert und diskutiert werden.

Ausgangspunkt des Bildungsurlaubes ist Norden. Die älteste ostfriesische Stadt bildet zusammen mit dem beliebten Küstenbadeort Norddeich die Doppelgemeinde Norden-Norddeich. Von dort aus starten wir unsere Exkursionen und lernen die besonderen Landschaftselemente dieser Küstenregion kennen. Unsere Exkursion führt uns über Geest, Marsch, Moor und Watt bis auf die Düneninseln Norderney und Langeoog.

 

Programm:

 

Montag: Seminar

Vormittag: Ostfriesland und seine Inseln

  • Begrüßung, Vorstellung der Seminarleitung und der Teilnehmer
  • Infos und Organisatorisches zu Seminarprogramm, Hotel und Tagungsstätte, zeitlicher Ablauf des Bildungsurlaubes, Exkursionen etc. sowie Ausgabe der Seminarunterlagen
  • Einführungsvortrag  „Die Ostfriesischen Inseln:  Sturmfluten, Geologie & Küstenschutz“
  • Themenbearbeitung

Nachmittag: Folgen des Klimawandels für die Nordsee

  • Vortrag „Klimawandel und Meeresspiegelanstieg an der Nordseeküste“
  • Themenbearbeitung und Diskussion

 

Dienstag: Ganztagesexkursion Insel Norderney

Auf Norderney widmen wir uns der Entstehung und Landschaftsdynamik einer Düneninsel vor dem Hintergrund von Klimawandel und Meeresspiegelanstieg. Wie an einer Perlenschnur aufgereiht erstrecken sich die Ostfriesischen Inseln von West nach Ost auf rund 90 km Länge vor der niedersächsischen Küste. Zur Entstehung der Ostfriesischen Inseln selbst gibt es verschiedene Theorien, die bis heute in der Wissenschaft sehr umstritten sind.

Infolge der zum Teil starken Gezeitenströmung driftet Norderney wie die anderen Ostfriesischen Inseln in östliche Richtung ab. Durch massive Küstenschutzmaßnahmen und sich jährlich wiederholende Sandvorspülungen konnte der westliche Inselkopf gegen Sturmfluten und Gezeitenkräfte und die damit verbundene Küstenerosion gesichert werden. Auf Dauer stellt sich jedoch die Frage, inwieweit der Küstenschutz einem Anstieg des Meeresspiegels standhalten kann.

Der Aufstieg Norderneys zum ersten deutschen Seebad begann 1800 mit der Geschichte des Bädertourismus und ist bis heute einzigartig an der deutschen Nordseeküste. Doch was sind die Vor- und Nachteile der Erschließung der Insel für den Tourismus? Welche Folgen haben der Bauboom und der horrende Anstieg der Immobilienpreise für die Insulaner?

Die Fähren zurück aufs Festland fahren stündlich, sodass nach Seminarende noch etwas Zeit bleibt die Insel auf eigene Faust zu erkunden oder in der legendären Milchbar mit Blick aufs Meer einen Sundowner zu genießen.

 

Mittwoch: Exkursion und Wattwanderung

Vormittag: Exkursion zum Hafen Norddeich

Energiewende in Ostfriesland: Wandel vom Fischereihafen zur Offshore-Windpark-Basis

Der einstige Fischereihafen Norddeich entwickelte sich in den letzten Jahren zur Offshore-Windpark-Basis und versinnbildlicht damit die Energiewende in Deutschland. Ostfriesland gilt als Vorreiter in Sachen regenerativen Energien. Windparks prägen das Landschaftsbild, einer der Weltmarktführer auf diesem Gebiet ist hier ansässig. Besonders durch die Schaffung neuer Arbeitsplätze in diesem Sektor der Energiewirtschaft konnte die sonst eher strukturschwache Region Ostfriesland nachhaltig profitieren. Vor der Küste Ostfrieslands entstehen seit 2010 zahlreiche große Offshore-Windparks. Von Norddeich aus starten täglich Versorgungsfahrten zu den vor der Küste liegenden Offshore-Windparks Alpha Ventus, Riffgat und Gode Wind. Doch welche Konflikte ergeben sich durch das Nebeneinander von Windkraft, Naturschutz und Tourismus? Welche Chancen bieten sich für die Region Ostfriesland?

 

Nachmittag: Wattwanderung im UNESCO Weltnaturerbe Nationalpark Wattenmeer

(*evtl. witterungsbedingte oder tideabhängige Änderungen)

Von Norddeich aus führt uns unser staatlich geprüfter Nationalpark-Wattführer zur Itzendorfer Plate. Die große Weihnachtsflut von 1717 markiert das Schicksalsdatum für Itzendorf, jener heute versunkene Küstenort nordöstlich des Nordseeheilbads Norden-Norddeich. Die kleine Siedlung mit Hafen – einst Stammsitz der stolzen ostfriesischen Häuptlingsfamilie Itzinga – gelangte als Zentrum der ostfriesischen Torfsalzgewinnung zu Bekanntheit – und gerade deshalb just zum Christfest 1717 in arge Bedrängnis. So hat der Torfabbau die Küstenerosion beschleunigt. Die Torfflächen im Deichvorland wurden abgesenkt und damit den Sturmfluten stärker ausgesetzt. Heute erinnert die Itzendorfer Plate, eine Untiefe vor der Norddeicher Küste, an das Schicksal jenes unglückseligen Ortes.

Weiterer Fokus unserer Wattwanderung ist das UNESCO Weltnaturerbe, die Ökologie des Wattenmeeres mit seinen typischen Pflanzen sowie deren Anpassungsstrategie an extreme Lebensbedingungen. Im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer stehen Umwelt- und Naturschutz oft im Widerstreit zu politisch-wirtschaftlichen und sozialen Interessen der ansässigen Bevölkerung. Durch die Vernetzung unterschiedlicher Lebensräume ergeben sich oftmals Nutzungskonflikte. Wie lassen sich die verschiedenen Interessensgruppen Tourismus, Küstenschutz, Fischerei und Landwirtschaft mit den Naturschutzzielen des Nationalparks vereinbaren?

 

Donnerstag: Ganztagesexkursion Insel Langeoog

Eingebettet zwischen Wattenmeer und Nordsee war Langeoog seit jeher den Naturgewalten ausgesetzt. Die Nordsee schuf den 14 km langen natürlichen Sandstrand, kräftige Winde formten die einmalige Dünenlandschaft.

Die heutige Exkursion führt uns zunächst vom Wasserturm, dem Wahrzeichen Langeoogs. Von dort aus bietet sich ein einmaliger Blick auf die gesamte Insel mit ihren typischen Landschaftselementen Strand, Dünen, Salzwiesen und Wattenmeer.

Durch die Dünen des Pirolatals führt die Wanderung weiter bis zum großen Schloop. Dieser Dünendurchbruch entstand bei der großen Weihnachtsflut 1717, als die Insel in drei Teile brach. Noch heute stellt dieser Bereich bei Sturmfluten eine Schwachstelle dar.

Eine Wasserleitung zum Festland war für die Insulaner nie notwendig. Unter den Dünen des Pirolatals befindet sich eine mächtige Süßwasserlinse, welche Einwohner und Gäste mit ausreichend Trinkwasser versorgt. Eine Versalzung durch eindringendes Meerwasser ist unbedingt zu verhindern. Um die Insel zu sichern wurden dort künstliche Dünen errichtet. Heute ist das Pirolatal Gegenstand zahlreicher Forschungsprojekte aus dem Bereich der aktuellen Klima-, Vegetations- und Küstenforschung.

Auf dem Rückweg betrachten wir uns die ungestörte Dünensukzession von der Weißdüne über die Graudüne bis hin zur Braundüne mit ihren typischen Böden und Pflanzen. Dünenschutz ist Inselschutz. So dienen besonders Strandhaferpflanzungen dazu, die Randdünen vor der Erosion durch Wind und Wasser zu schützen.

 

Freitag: Seminar

Ein zunehmendes Problem ist die Verschmutzung von Nordsee und Wattenmeer. An unseren Küsten und Meeren finden wir oft Plastikmüll wie Plastiktüten oder Plastikflaschen. Der freiwillige Verzicht des Einzelhandels auf Einkaufstüten seit 2016 ist daher ein erster wichtiger Schritt. Weniger offensichtlich – aber nicht weniger häufig – sind jedoch mikroskopisch kleine Plastikpartikel sog. Mikroplastik. Das sind Kunststoffteilchen mit einer Größe von unter fünf Millimetern. Die Kosmetikindustrie verwendet Mikroplastik z. B. als Schleifmittel in Peeling und Zahnpasta. Mikroplastik ist zu klein für unsere Kläranlagen und landet so in der Umwelt und zum Schluss der Nahrungskette auf unseren Tellern.

  • Vortrag „Müll und Mikroplastik in der Nordsee“
  • Zusammenfassung der Lerninhalte und Exkursionsthemen
  • Abschlussdiskussion

Individuelle Heimreise. Oder wie wäre es mit einer individuellen Verlängerung oder ein paar Urlaubstagen auf einer der schönen Ostfriesischen Inseln?

 

 

Unterkunft und Seminarstätte:

Hotel zur Post in Norden

Das traditionsreiche Hotel zur Post befindet sich in zentraler Lage am schönen Markplatz von Norden. Sie wohnen in funktionell eingerichteten Einzel- und Doppelzimmer inkl. Dusche/WC im rückwärtigen und deshalb ruhigen Teil des Hotels.

Zur Fußgängerzone, den Kultur-, Unterhaltungs- und Gastronomieangeboten der lebendigen Kleinstadt sind es nur wenige Schritte. Zum Küstenbadeort Norddeich sind es ca. 4 km.

Durch sehr gute direkte Bahnverbindungen (z. B. Intercity aus Köln, Bremen, Hannover) ist Norden optimal erreichbar. Die Bushaltestelle „Norden Mittelmarkt“ befindet sich in unmittelbarer Nähe zu Hotel und Seminarstätte. Aus diesem Grund werden die im Bildungsurlaub vorgesehenen Exkursionsstandorte direkt mit dem ÖPNV angefahren, sodass die Teilnehmer kein eigenes Auto benötigen. Parkplätze stehen vor dem Hotel dennoch kostenlos zur Verfügung.

Im Rahmen ganztägiger Exkursionen wird das Mittagessen unterwegs eingenommen. Meist besteht die Möglichkeit der Einkehr in ein Restaurant. Unserer Gruppe steht im KVHS Bildungszentrum Norden ein moderner Seminarraum zur Verfügung, der ein intensives und ungestörtes Arbeiten ermöglicht.

 

Leistungen:

  • 5 x Übernachtung inkl. Frühstück im Hotel zur Post in Norden*
  • *(es besteht nur ein begrenztes Zimmerkontingent, frühzeitige Anmeldung erforderlich)
  • 1 x gesetzliche Reisegeldabsicherung (Reisepreissicherungsschein)
  • Durchführung des Seminars
  • Exkursionen und Wanderungen auf Norderney und Langeoog
  • 1 x Fährüberfahrt von Bensersiel nach Langeoog und zurück
  • 1 x Fährüberfahrt von Norddeich nach Norderney und zurück
  • 1 x Fahrt mit der Inselbahn auf Langeoog
  • 1 x Tageskurkarte Norderney
  • 1 x Tageskurkarte Langeoog
  • wissenschaftliche Vorträge
  • seminarbegleitende Unterlagen

 

Preise:

Unterkunft:

Anreise und Check-in im Hotel bereits am Vorabend

165 € pro Person im Doppelzimmer inkl. Frühstück

200 € pro Person im Einzelzimmer inkl. Frühstück

 

Seminarpreis:

345 € pro Person (inkl. Fähre nach Norderney und Langeoog)

Sollten Sie keine Unterkunft benötigen, können Sie trotzdem am Bildungsurlaub teilnehmen und zahlen lediglich den Seminarpreis von 345 € pro Person.

 

Teilnehmer:

5 - 15 Personen

 

Anmeldeschluss:

27.07.17

 

Offizielles Imagevideo der Tourist Info Norden-Norddeich:

 

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