Bildungsurlaub Berchtesgaden & Hohe Tauern 2018 (2)

"Klimawandel und Naturgefahren im Alpenraum"

29.07.18 - 03.08.18

 

Die Alpen: Ein Meisterwerk der Natur, voller Gefahren und zugleich lebenswichtiger Funktionen, erschaffen im Erdmittelalter in für Menschen kaum vorstellbaren Zeiträumen und gigantischen geologischen Prozessen.

Der Bildungsurlaub führt Sie von den Nördlichen Kalkalpen des Nationalparks Berchtesgaden bis zu den höchsten Gipfeln der Hohen Tauern. Das Tauernfenster der Zentralalpen offenbart uns Einblicke in den tektonischen Bauplan der Alpen. Geologische Kräfte aus dem Inneren der Erde führten zu einer gewaltigen Kollision der europäischen und afrikanischen Kontinentalplatte. Durch Faltung und Übereinanderstapelung mächtiger Gesteinspakete entstand diese großartige Hochgebirgslandschaft wie sie uns heute entgegentritt. Auch Naturkatastrophen wie z. B. Bergstürze, Murgänge und Lawinen gehen auf die Kraft geologischer Prozesse zurück. Wie alle Gebirge dieser Erde werden auch die Alpen in vielen Millionen Jahren wieder eingeebnet sein.

Der Klimawandel, die Gletscherschmelze und das Abtauen des Permafrostes beschleunigen die Prozesse der Abtragung deutlich. Für die hochsensiblen Gebirgsregionen der Alpen ergeben sich dadurch in Zukunft schwerwiegende ökologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Folgen, die im Bildungsurlaub anhand von Beispielen erläutert und diskutiert werden.

Im Rahmen von Fachexkursionen und Wanderungen lernen wir die Geologie und Ökologie der Alpen kennen, begeben uns auf eine Reise durch die Gletscherwelt der Eiszeit und beschäftigen uns mit den Herausforderungen der Zukunft. Immer wieder bieten sich prächtige Ausblicke auf die einmalige Gipfelwelt der Berchtesgadener Alpen und Hohen Tauern.

Seminarinhalte sind u. a.:

  • Nationalpark Berchtesgaden und Nationalpark Hohe Tauern
  • Klimawandel und die Folgen für den Alpenraum
  • Naturgefahren in Alpenraum: natürlich oder menschgemacht?
  • Gletscherschmelze, Permafrost und Schlammlawinen als Folge des Klimawandels
  • Geologie und Entstehung der Alpen
  • Ökologie, Tier- und Planzenwelt der Alpen
  • Tourismus versus Naturschutz: Fluch oder Segen für die Alpen?

 

Anerkennung in den Bundesländern:

Rheinland-Pfalz, Hessen, Saarland, Berlin (auf Anfrage), Sachsen-Anhalt

Die Anerkennungsbescheide 2018 für den Arbeitgeber können unter info@tillmann-travel.com angefordert werden.

Programm: (*witterungsbedingte und organisatorische Änderungen vorbehalten)

 

Sonntagabend:

  • Begrüßung, Vorstellung der Seminarleitung und der Teilnehmer
  • Infos und Organisatorisches zu Programmablauf, Hotel und Tagungsstätte
  • Ausgabe der Seminarunterlagen und Einführung in das Seminarprogramm
  • gemeinsames Abendessen im Hotel

 

 

Montag:

 

Einführungsvortrag der Nationalparkverwaltung

  • Nationalpark Berchtesgaden: Schutzkonzepte und aktuelle Projekte aus dem Nationalparks
  • Ökologie und Vegetation sensibler Hochgebirgsregionen

 

Nationalparkzentrum Berchtesgaden „Haus der Berge“

  • Besuch der Ausstellung:

Naturschutz, Forschung, Erholung und Umweltbildung: Der Nationalpark erfüllt viele Aufgaben. Zentrale Stelle ist das „Haus der Berge“ in Berchtesgaden. Es vereint Informations- und Bildungszentrum und zeigt Ausstellungen zur Natur- und Umwelt der Nationalparkregion. Die Dauerausstellung „Vertikale Wildnis“ ist das Herz des Informationszentrums. Sie beantwortet Fragen rund um das Leben im Hochgebirge.

 

Klimawandel und Naturgefahren in den Alpen

  • Vortrag und Seminar: „Klimawandel und alpine Naturgefahren“
    • Das globale Klimasystem: Natürliche Klimaerwärmung  versus anthropogene Klimaerwärmung
    • Treibhaus Erde: Die Bedeutung der Treibhausgase für das Weltklima
    • Folgen des Klimawandels für die Alpen
    • Überblick über die Naturgefahren (Bergstürze, Lawinen, Muren etc.) des Alpenraumes
    • Inwieweit sind alpine Naturkatastrophen vom Menschen verursacht?

 

Die Gletscherschmelze ist das deutlichste Zeichen des Klimawandels in den Alpen. Wenn Gletscher tauen, verändert sich die Landschaft. Ehemalige Gletschertäler verwandeln sich in öde Gesteinswüsten. Verschwinden die Gletscher, verschwindet auch ein Teil der Tier- und Pflanzenarten. Die steigenden Temperaturen wirken sich aber auch fatal auf die Geologie der Alpen aus. Denn der dauerhaft gefrorene Permafrostboden der Alpen wird instabil. Naturkatastrophen wie Erdrutsche und Bergstürze sind die Folge. Solche Ereignisse verändern nicht nur das Bild der Alpen, sondern sind für die Menschen auch extrem gefährlich.

 

 

Dienstag:

 

Gletscherschmelze und Permafrost: Eine tickende Zeitbombe?

Fachexkursion: Königsee, Sankt Bartholomä und Eiskapelle (Gehzeit ca. 3 Stunden)

Der Königsee, als einziger fjordartiger See in Mitteleuropa, verdankt seine Entstehung den abschmelzenden Gletschern der letzten Eiszeit, die mit über 1.000 m Eismächtigkeit ein U-förmiges Trogtal abhobelten. Seine maximale Tiefe beträgt heute 190 m. Gespeist wird der Königssee durch zahlreiche imposante Wasserfälle, die bedingt durch die in der Eiszeit versteilten Talflanken in das Königseetal hinabstürzen. Der gigantische Bergsturz trennte im Jahre 1172 den Königssee in zwei Teile.

Von St. Bartholomä aus führt uns die Exkursion hinein ins Eisbachtal zur Eiskapelle. Das Bayerische Landesamt für Umwelt nahm das Ensemble Watzmann Ostwand und Eiskapelle in die Liste der 100 schönsten Geotope Bayerns auf. Unterhalb der mächtigen Watzmann-Ostwand befindet sich das tiefstgelegene permanente Firneisfeld der Deutschen Alpen: Die Eiskapelle! Obwohl die sommerliche Schneegrenze fast 2.000 m höher liegt, besteht dieses Firneisfeld das ganze Jahr über. Der Grund hierfür sind die enormen Schneemassen, die im Winter und Frühjahr vor allem in Form von gewaltigen Lawinen aus der Watzmann-Ostwand abgehen und so das Firnfeld nähren. Ihren Status als Gletscher verlor die Eiskapelle mit dem Abschmelzen der Gletscherzunge in den Jahren zwischen 1920 und 1950. Trotz des Klimawandels ist zu erwarten, dass die Eiskapelle dauerhaft bestehen bleibt, da sie in jedem Winter durch Lawinen erneut genährt wird.

 

 

Mittwoch:  

 

Geologie und Entstehung der Alpen

Fachexkursion: Wimbachtal und Wimbachklamm (Gehzeit ca. 3 - 4 Stunden)

Im Wimbachtal zwischen den Bergmassiven des Watzmanns und des Hochkalters lässt sich die Geologie der Berchtesgadener Alpen anschaulich erklären. Der Weg führt durch die imposante Wimbachklamm bis hin zum Wimbachgries, einem der größten freifließenden Schuttströme der Nordalpen.

Die Wimmbachklamm gilt heute als Geotop und hat sich vor rund 10.000 Jahren nach Abschmelzen der eiszeitlichen Talgletscher eingeschnitten. Vor Ort lernen Sie die wichtigsten Gesteinsarten kennen und unterscheiden. Darüber hinaus erfahren Sie mehr über die Entstehung der Alpen und im Speziellen über die Entstehung des Wimbachtals.

 

 

Donnerstag:

 

Nationalpark Hohe Tauern: Ökologie und Naturschutz im Alpenraum

Bus-Exkursion Hohe Tauern, Großglockner, Pasterzengletscher, Zell am See

  • Schutzkonzepte und aktuelle Projekte aus den Nationalpark Hohe Tauern
  • Ökologie und Vegetation sensibler Hochgebirgsregionen
  • Geologie und Gletscher der Zentralalpen
  • Forschung im Nationalpark

Unsere heutige Bus-Exkursion führt uns in die Hochgebirgsregion der Zentralalpen. Im Zentrum der Großglockner-Region liegt der Nationalpark Hohe Tauern. Gletscher, senkrechten Felswände, scharfkantigen Grate, steile Kare, Bergseen und markante Gipfel zahlreicher Dreitausender machen den Reiz dieser Landschaft aus.

Mit dem Bus fahren wir über die Großglockner Hochalpenstraße, eine der Traumstraßen der Alpen. Die Hochalpenstraße folgt einer uralten, schon in der Römerzeit angelegten, Handelsstraße und wurde von 1930 bis 1935 mit unvorstellbarer Anstrengung von fast 3.000 Arbeitern errichtet.

Heute eröffnet die Hochalpenstraße einen überaus attraktiven Zugang in das Herz des Nationalparks Hohe Tauern und lädt mit vielen Sehenswürdigkeiten und grandiosen Naturschönheiten entlang der Straße zum Verweilen und Entdecken ein. Doch welche Auswirkungen hat die Hochalpenstraße auf den Nationalpark Hohe Tauern?

Im Nationalpark stehen Umwelt- und Naturschutz oft im Widerstreit zu politisch-wirtschaftlichen und sozialen Interessen der ansässigen Bevölkerung. Durch die Vernetzung unterschiedlicher Lebensräume ergeben sich oftmals Nutzungskonflikte. Wie lassen sich die verschiedenen Interessensgruppen aus Politik, Tourismus und Wirtschaft mit den Naturschutzzielen des Nationalparks vereinbaren?

Von der Kaiser-Franz-Josefs-Höhe haben wir einen direkten Blick auf die Pasterze - den größten Gletscher der Ostalpen. Am Beispiel der Pasterze lassen sich die Auswirkungen des Klimawandels besonders gut dokumentieren. In den Alpen gibt es rund 5000 Gletscher. Seit dem Jahr 2000 verlieren die Alpengletscher pro Jahr 2 - 3 % ihres Volumens. Berechnungen der Glaziologen zeigen, dass sich ihre Anzahl in den nächsten Jahren halbieren dürfte. Doch welche Folgen hat die Gletscherschmelze für das Weltklima und die Bewohner der Alpen?

 

 

Freitag:

 

Tourismus versus Naturschutz im Alpenraum

Zu den wichtigsten Wirtschaftsfaktoren im Alpenraum zählt der Tourismus. Ökologische und gesellschaftspolitische Fragen werden diskutiert und die Bedeutung der verschiedenen Akteure aus den Bereichen des Tourismus, der Gemeinden und des Natur- und Umweltschutzes dargestellt. Es werden ökologische Zusammenhänge erklärt, der Tourismus als Wirtschaftsfaktor vorgestellt und die Auswirkungen auf den Umwelt- und Naturschutz im Alpenraum verdeutlicht.

 

  • Vortrag und Seminar: Erschließung der Alpen für den Tourismus: Fluch oder Segen?
    • Vereinbarkeit von Tourismus und Naturschutz
    • Wie „nachhaltig“ ist der Tourismus in den Alpen?
    • Welche Möglichkeiten des umweltverträglichen Tourismus gibt es und welche Tourismuskonzepte und Regionalmarketingstrategien werden für die Zukunft entwickelt?
    • Wie profitieren strukturschwachen Regionen vom nachhaltigen Tourismus?
    • Auswirkungen des Klimawandels auf den Wintertourismus
    • Beispiele nachhaltiger Tourismuskonzepte für den Winter- und Sommertourismus
  • Gruppenarbeit: Tourismus als Chance? Erarbeitung nachhaltiger Zukunftsperspektiven für wirtschaftlich schwache Tourismusregionen und Bergdörfer im Alpenraum
  • Zusammenfassung der Lerninhalte und Evaluation des Studienseminars
  • Abschlussdiskussion, Ausgabe der Teilnehmerzertifikate
  • Verabschiedung gegen ca. 12:00 Uhr

 

Individuelle Heimreise. Oder wie wäre es mit einer individuellen Verlängerung und ein paar sommerlichen Urlaubstagen in den Berchtesgadener Alpen? Informationen zur Urlaubsregion Berchtesgader Land finden Sie hier!

 

Imagefilm Nationalpark Berchtesgaden:

Unterkunft:

Das 3-Sterne Alpensport-Hotel Seimler befindet sich in Berchtesgaden inmitten des wunderschönen Nationalparks und ist von einer einzigartigen Berglandschaft umgeben. Die großzügig und komfortabel ausgestatteten Nichtraucher-Zimmer haben Badewanne oder Dusche und WC, Durchwahl-Telefon, SAT-TV mit Radioprogrammen und sind bequem mit dem Lift erreichbar. Ein Großteil der Zimmer verfügt zudem über einen eigenen Balkon.

Das alpenländisch eingerichtete Hotel-Restaurant bringt durch seine Einrichtung mit Holz eine gemütliche und entspannte Atmosphäre mit sich. Morgens beginnen Sie den Tag mit einem ausgewogenen Frühstück vom Buffet, mit einer großen Auswahl an verschieden regionalen und saisonalen Gaumenfreuden. Vom Frühling bis in den Herbst können Sie dabei den Panoramablick auf den Watzmann auf der Sonnenterrasse genießen. Beim Abendessen im Rahmen der Halbpension wählen Sie aus 2-3 Hauptgerichten.

Nach einem erlebnisreichen Tag finden Sie Entspannung in der hoteleigenen finnischen Sauna (85°C) oder ziehen ein paar Bahnen im Hallenbad (Beckengröße 12,5 m x 5,5 m).

Vor dem Hotel steht ihnen ein Parkplatz zur Verfügung. Die Bushaltestelle Königsallee, der Linie 840 (Berchtesgaden - Salzburg) befindet sich in unmittelbarer Nähe des Hotels. So sind Sie auch vor Ort mobil, wenn Sie z. B. mit der Bahn oder dem Fernbus anreisen.

Seminarraum: Unser mit modernster Tagungstechnik ausgestatteter Seminarraum befindet sich Im Nationalparkzentrum „Haus der Berge“ in der Ortsmitte von Berchtesgaden.

Nähere Infos zum Hotel finden Sie hier!

Informationen zur Anreise ins Berchtesgadener Land finden Sie hier!

 

Leistungen:

 

  • 5 x Übernachtung im 3* Alpensport-Hotel-Seimler in Berchtesgaden
  • 5 x reichhaltiges Frühstücksbuffet
  • 5 x 3-Gang-Wahlmenü + Salatbuffet am Abend im Rahmen der Halbpension
  • kostenlose Nutzung des hoteleigenen Wellnessbereichs (Leihbademäntel gegen Gebühr)
  • kostenloses WLAN
  • kostenfreier hoteleigener Parkplatz
  • Durchführung des Seminars
  • Fachexkursionen und Wanderungen im Nationalpark Berchtesgaden
  • 1 x Eintritt und Führung im Nationalparkzentrum Berchtesgaden „Haus der Berge“
  • 1 x ganztägige Bus-Exkursion in den Nationalpark Hohe Tauern (Österreich), Großglockner-Hochalpenstraße und Zell am See
  • wissenschaftliche Vorträge
  • seminarbegleitende Unterlagen
  • 1 x gesetzliche Reisegeldabsicherung (Reisepreissicherungsschein)

 

 

Preise:

Unterkunft:

Anreise und Check-in im Hotel bereits am Vortag (ab 14:00 Uhr)

285 € pro Person im Doppelzimmer mit Dusche/WC/Balkon inkl. Halbpension

385 € pro Person im Einzelzimmer mit Dusche/WC/Balkon inkl. Halbpension

 

Seminar:

345 € pro Person

Sollten Sie keine Unterkunft benötigen, können Sie trotzdem am Bildungsurlaub teilnehmen und zahlen lediglich den Seminarpreis von 345 € pro Person. Vielleicht reisen Sie zusammen mit ihrer Familie/Partner(in) etc. und suchen sich lieber auf eigene Faust ein Hotelzimmer, Ferienwohnung etc. in der Nähe der Seminarstätte. Beachten Sie jedoch, dass Berchtesgaden zu jeder Zeit sehr frequentiert ist und wir eine Durchführung des Bildungsurlaubes erst nach Erreichen der Mindestteilnehmerzahl garantieren können.

 

Voraussetzungen:

Die Exkursionen und Wanderungen im Rahmen des Bildungsurlaubes erfordern eine durchschnittliche bis gute Kondition, Trittsicherheit im alpinen Gelände sowie Berg- oder Wanderschuhe.

 

Teilnehmer:

6 - 12 Personen

 

Anmeldeschluss:

25.05.18

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